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Terra Preta

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Als Kooperationspartner des BUND im Rahmen des Projekts “Terra Preta in Niedersachsen” haben wir ein Terra-Preta-Schaubeet auf dem Gelände unserer Gemeinschaftsgärtnerei eingerichtet. Interessierte können sich an mehreren Tagen über die Eigenschaften der pflanzenkohlehaltigen Erde informieren.

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Dr. Mona Gharib (BUND) und Maren Ihnen (Acker Pella) an der frisch beschilderten Terra-Preta-Fläche

Warum wir mitmachen: In vielen im Handel erhältlichen Substraten ist Hochmoortorf enthalten. Vielerorts hat der Abbau von Hochmoortorf bereits zu einem Verschwinden deutscher Moore geführt. Torf gehört zu den extrem langsam wachsenden Rohstoffen. Pro Jahr wächst die Torfauflage in einem intakten Moor nur etwa um 1mm. Der Verein Acker Pella verwendet daher keinen Torf, sondern seit jeher hauptsächlich auf Kompost basierende Substrate. Wir halten es außerdem für wichtig, Verbraucher über alternative Substrate aufzuklären. Auch Terra Preta enthält zu einem großen Anteil Kompost. Innovativ ist hier die Verwendung von Pflanzenkohle zur Verbesserung der Substrateigenschaften. Wir möchten im Rahmen des Projekts erproben, ob Terra Preta gegenüber der Verwendung eines reinen Kompostsubstrats Vorteile aufweist und langfristig das Potential hat, Torferden aus dem Baumarkt den Rang abzulaufen.

Unser Versuch: Eine Saison lang haben wir das Substrat “Terra Preta” in unserem Schaubeet getestet. Im mit Terra Preta befüllten Schaubeet haben wir eine Zucchini, Buschbohnen und Rote Beete angepflanzt.  Im nebenliegenden Vergleichsbeet wurde lediglich etwas Kompost in den vorliegenden (sandigen) Boden eingebracht und ebenfalls Zucchini, Buschbohnen und Rote Beete in gleicher Anzahl gesetzt. Die Samen der Bohnen haben wir als Direktsaaten in die Erde gelegt, Zucchini und Rote Beete vorgezogen.

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vorne: Terra Preta, hinten: Kompost

Beobachtungen am Beet: Zunächst wiesen Zucchini und Rote Beete im Terra-Preta-Beet einen kleinen Wachstumsvorsprung auf. Wir vermuten, dass dies vor allem mit den im Vergleich zum Kompostbeet besseren Wasserspeicherkapazitäten der Terra-Preta-Erde zusammenhängt. Die Bohnen laufen gegenüber denen im Kompostbeet jedoch verzögert auf.

Schnell bilden sich die ersten Früchte an den Zucchinipflanzen. Es fällt auf, dass die Terra-Preta-Zucchinis schneller anschwellen und groß werden als diejenigen im Kompostbeet. Wird nicht schnell genug geernet, sind die Früchte schnell größer, als unsere Abnehmer sie mögen. Die Blätter der Zucchini sehen stets etwas dunkler und glänzender aus, als die der Zucchini im Vergleichsbeet. Sie ragen außerdem etwas höher in die Luft. Doch dann das: Ein Sommersturm zerstört die Zucchinipflanze im Terra-Preta-Beet. Wir finden den blütenbildenen Teil der Pflanze am Morgen nach dem Sturm abgebrochen im Beet. Die Ernte dieser Pflanze war dadurch frühzeitig beendet. Die Zucchinipflanze im Kompostbeet hat alles überstanden. Die Stile ihrer Blätter sind elastischer und haben sich während des Sturms eng an den Boden gelegt. Nach zwei Tagen haben sie sich wieder aufgerichtet und die Pflanze bildet weiterhin Blüten und Früchte, sodass wir von dieser Pflanze zwei Monate länger Früchte ernten konnten.

Am Ende der Saison ernten wir Rote Beete und Buschbohnen. Die Rote Beete im Terra-Preta-Beet haben sich prächtig entwickelt. Sie sind durchweg größer und makelloser als die Rote Beete im nebenliegenden Kompostbeet. Die Bohnen hingegen sind im Kompostbeet von besserer Qualität. Im Terra Preta Beet schimmeln die Bohnenhülsen, die den Boden berühren. Zwischen den Reihen der Buschbohnen im TerraPreta-Beet wachsen viele kleine Pilze. Für die Bohnen war es hier am Ende der Saison offensichtlich zu feucht.

Welche Erkenntnisse können wir aus diesem gemischten Ergebnissen also ableiten? Das Substrat ist vor allem für Pflanzen mit hohem Nährstoff- und Wasserbedarf  geeignet. Pflanzen mit geringerem Nährstoff und Wasserbedarf fühlen sich in anderen Substraten wohler. Der hohe Nährstoffgehalt kann jedoch unter Umständen auch für Starkzehrer ein Problem darstellen, wie an unserer Testzucchini ersichtlich wurde. Ist zuviel Stickstoff für die Pflanze verfügbar, wächst sie zu schnell zu hoch und zu breit. Die Pflanze wird dadurch geschwächt und die Zellstrukturen weisen eine ungenügende Stabilität auf. Im Fall unserer Testzucchini hat dies zum Abbrechen geführt.

Versuch Pflanzenkohle herstellen: Einen weiteren Versuch stellte die Selbstherstellung von Pflanzenkohle im Pyrolysekocher dar. Hierfür haben wir Holzreste aus dem Garten verwendet und uns den Pyrolysekocher des BUND ausgeliehen. Die Handhabung der Kocher ist einfach. Die Holzreste werden in den Pyrolysekocher gegeben und angezündet. Über einen Regler kann die Sauerstoffzufuhr erhöht oder gesenkt werden.

Erkenntnisse: Das Herstellen von eigener Pflanzenkohle mit den handelsüblichen oder selbstgebauten Pyrolysekochern können wir nicht empfehlen. Die erreichten Temperaturen sind zu gering, um alle Schadstoffe restlos zu verbrennen. Die Qualmentwicklung zu Beginn der Herstellung ist enorm. Die Menge der so hergestellten Pflanzenkohle ist für die Bewirtschaftung unserer Flächen zu gering. Auch unser Kooperationspartner BUND weist auf die nicht optimalen Eigenschaften der Pyrolysekocher hin und verweist stattdessen auf die Möglichkeit zertifizierte Pflanzenkohle im Fachhandel zu erwerben. Wer Terra Preta selbst herstellen möchte, sollte dieser Möglichkeit an die Pflanzenkohle zu gelangen, den Vorzug geben.

 

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Weitere Informationen unter: http://www.bund-niedersachsen.de/projekte_einrichtungen/projekte/terra_preta_in_niedersachsen/

2 Gedanken zu „Terra Preta“

    1. Hierfür verweisen wir gerne auf die Website unseres Kooperationspartners BUND http://www.bund-niedersachsen.de/terrapreta, wo im Reiter Kooperationspartner verschiedene Orte, an denen mit Terra Preta experimentiert und angebaut wird, aufgelistet sind. Leider befinden sich die meisten Orte nicht in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft, aber vielleicht haben Sie ja mal in der Nähe zu tun?

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